RIVALS

Van Cleef & Arpels und Cartier

Das Haus an der Place Vendôme, das 1906 am Platz ankam und eine florale, naturalistische Ästhetik entwickelte, die bewusst im Gegensatz zu Cartiers eher geometrischer Art-déco-Richtung stand, wobei beide Häuser dieselbe überschneidende Klientel aus demselben Viertel bedienten.

· · 475 Wörter · 2 Min. Lesezeit

Alfred Van Cleef und Salomon Arpels gründeten ihre Partnerschaft 1896, aber das Unternehmen bezog erst 1906 Räumlichkeiten an der Place Vendôme, als sie die Nummer 22, gegenüber dem Hôtel Ritz, eröffneten. Zu diesem Zeitpunkt war Boucheron bereits dreizehn Jahre am Platz und Cartier sieben Jahre in der angrenzenden Rue de la Paix ansässig. Van Cleef and Arpels war der neuere Akteur in einem Viertel, das bereits durch seine Luxusschmuckhersteller definiert war, und es baute seine Identität entsprechend auf: Wo die älteren Häuser einen Ruf etabliert hatten, musste sich dieses durch Neuheit auszeichnen.

Die Designrichtung des Unternehmens kristallisierte sich nach 1926 heraus, als Alfred Van Cleefs Tochter Renée Puissant die künstlerische Leitung übernahm und mit dem Zeichner René Sim Lacaze zusammenarbeitete. Unter ihrer Führung wurde das Haus für florale und naturalistische Formen bekannt: Blumen, Vögel, Feen, Tiere, dargestellt in lebendigen Edelsteinkombinationen. Puissants Ansatz stand bewusst im Gegensatz zur geometrischen, architektonischen Tendenz, die Louis Cartier bei Cartier Paris entwickelt hatte. Wo Cartiers Art-déco-Arbeiten starke Linien, flache Flächen und den Kontrast von Schwarz und Weiß bevorzugten, setzte Van Cleef and Arpels unter Puissant auf geschwungene Formen, tiefe Farben und organische Bewegung. Die Unterscheidung ging den Kunden, die bei beiden Häusern sammelten, nicht verloren.

Die unsichtbare Fassung

Die Technik, die das Haus in dieser Zeit am deutlichsten identifizierte, war die unsichtbare Fassung, bei der Steine mit inneren Rillen geschliffen und auf ein Metallschienensystem geschoben werden, sodass von oben kein Metall sichtbar ist und die Edelsteine übereinander zu schweben scheinen. Van Cleef and Arpels entwickelte diese Technik in den 1930er Jahren intensiv; sie wurde als Serti Mystérieux bekannt und war jahrzehntelang zentral für die Identität des Hauses.

1925 und gemeinsamer Wettbewerb

Im Jahr 1925 gewann Van Cleef and Arpels den Grand Prix auf der Pariser Ausstellung mit einem Armband aus Rubin- und Diamantrosen, demselben Ereignis, bei dem auch Cartier und die anderen großen Pariser Häuser ausstellten. Die Ausstellung von 1925 war die Wettbewerbsarena, in der sich diese Häuser am deutlichsten miteinander maßen, und der Beitrag von Van Cleef in diesem Kontext war eine Ankunftserklärung.

Überschneidende Klientel

Beide Häuser bedienten viele derselben Kunden. Wallis Simpson, die in den 1930er und 1940er Jahren umfangreiche Aufträge bei Cartier vergab, war auch eine Kundin von Van Cleef and Arpels. Die indischen Maharadschas, die ihre Steine und Aufträge in den Zwischenkriegsjahren zu den Pariser Häusern brachten, waren nicht auf eine einzige Adresse beschränkt. Der gemeinsame Kundenstamm bedeutete, dass die beiden Häuser in regelmäßigem indirektem Wettbewerb standen, obwohl in den verfügbaren Quellen keine dokumentierte zeitgenössische Erklärung einer Rivalität zwischen ihnen gefunden wurde.

Quellen

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