TECHNIQUES

Serti Mystérieux

Eine Fassungstechnik für Edelsteine, bei der Steine auf unsichtbaren inneren Schienen befestigt werden, sodass von oben kein Metall sichtbar ist; die Edelsteine scheinen zu schweben. Der Begriff ist der Name von Van Cleef & Arpels für diese Technik; Cartier verwendete die unsichtbare Fassungstechnik ebenfalls Mitte des 20. Jahrhunderts.

· · 504 Wörter · 2 Min. Lesezeit

Serti mystérieux, im Englischen als unsichtbare Fassung oder Mysteriumsfassung bekannt, ist eine Fassungstechnik für Edelsteine, bei der Steine ohne sichtbare Metallzinken, Krappen oder Kornfassungen von oben gehalten werden. Von vorne betrachtet, erscheint eine mit serti mystérieux gefasste Oberfläche nur aus Edelsteinen zu bestehen: ein durchgehendes Farbfeld, ohne dass Metall die Sicht unterbricht.

Die technische Leistung hinter diesem Erscheinungsbild ist beträchtlich. Jeder Stein muss mit einer kleinen Nut oder Rille an seiner Unterseite geschliffen werden, eine Modifikation der standardmäßigen facettierten Form, die präzise Schleifarbeit erfordert. Diese Rillen ermöglichen es, die Steine auf ein Gitter feiner Metallschienen zu schieben, die von unten in das Schmuckstück eingesetzt sind, sodass die Schienen durch die Steine verlaufen, aber von vorne unsichtbar sind. Die Schienen müssen mit extrem engen Toleranzen gefertigt werden: Sind sie zu locker, klappern die Steine und können herausfallen; sind sie zu eng, können die Steine nicht korrekt positioniert werden.

Der Begriff serti mystérieux ist am engsten mit Van Cleef & Arpels verbunden, doch Cartier meldete am 18. März 1933, neun Monate bevor Van Cleef & Arpels im Dezember desselben Jahres seine eigene Version patentierte, zuerst ein französisches Patent für die unsichtbare Fassung an. Beide Patente basieren auf demselben zugrunde liegenden Prinzip: Edelsteine, die unterhalb der Rundiste genutet sind, um auf verdeckte Schienen zu gleiten. Obwohl Cartier das frühere Patent besaß, soll die Technik Berichten zufolge selten verwendet worden sein, da Cartier die zum Halten der Steine erforderlichen Nuten als unerwünscht ansah, da sie die Integrität der Edelsteine beeinträchtigten. Infolgedessen sind unsichtbar gefasste Cartier-Schmuckstücke äußerst selten, und die Technik wurde viel stärker mit Van Cleef & Arpels identifiziert, die sie zu einem Markenzeichen des Hauses machten. Cartiers unsichtbare Fassung, manchmal auch als serti invisible bezeichnet, wurde verwendet, um Oberflächen aus Edelsteinen (typischerweise Rubinen oder Saphiren) zu schaffen, die in Schmuckstücken wie Broschen, Armbändern und Clips als einfarbige Felder wirkten. Die Cartier Panthère gehört zu den Stücken, bei denen die unsichtbare Fassung zur Dichte der gemusterten Edelsteinoberfläche beiträgt. Vogelbroschen der Art, wie sie in Cartier Vogelbrosche beschrieben werden, sind ein weiterer Kontext, in dem die Technik komplexe dekorative Effekte ermöglichte.

Die Schwierigkeit der Arbeit (sowohl beim Steinschliff als auch bei der Metallkonstruktion) bedeutet, dass serti mystérieux-Stücke arbeitsintensiv und kostspielig in der Herstellung sind. Reparaturen sind ähnlich anspruchsvoll: Ein verlorener Stein aus einem unsichtbar gefassten Stück erfordert die gleiche präzise Schleifvorbereitung und Schienenanpassungsfähigkeiten wie das Original. Die Technik lässt sich nicht leicht auf die gängige Praxis einer Reparaturwerkstatt übertragen.

Der Begriff invisible setting ist das gängige englische Äquivalent und wird im Auktions- und Händlerhandel austauschbar mit serti mystérieux verwendet.

Quellen

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