Guilloché (ausgesprochen gie-oh-SCHEH) ist eine dekorative Gravurtechnik, bei der ein präzises, sich wiederholendes geometrisches Muster mithilfe einer Guillochiermaschine in eine Metalloberfläche geschnitten wird. Die Maschine dreht das Werkstück gegen ein festes Schneidwerkzeug, während sie es gleichzeitig entlang mechanisch gesteuerter Bahnen bewegt, wodurch eine Oberfläche von feiner, regelmäßiger Textur entsteht, die Licht auf eine Weise einfängt und streut, die kein Handgraveur nachbilden könnte. Das Wort leitet sich vom französischen guillocher ab, was „mit einem Muster aus verschlungenen Linien gravieren“ bedeutet.
Die Guillochiermaschine ist das bestimmende Werkzeug der Guilloché-Technik. Es ist eine Präzisionsmaschine, die eine Reihe von austauschbaren Rosetten (Exzenterkurvenscheiben) verwendet, um die Bewegung des Werkstücks beim Drehen zu steuern. Durch die Auswahl verschiedener Rosetten und die Anpassung der Maschineneinstellungen kann ein Graveur eine Vielzahl von sich wiederholenden Mustern erzeugen, parallele Wellen, sich ausdehnende Bögen, kreuzschraffierte Texturen und strahlenförmige Designs. Die Präzision der Maschine bedeutet, dass diese Muster mit absoluter Regelmäßigkeit über die gesamte Oberfläche eines Zifferblatts angewendet werden können, selbst auf einem leicht gekrümmten.
Bei Cartier wurde Guilloché hauptsächlich auf Zifferblättern von Uhren und Pendeluhren verwendet, oft als Grundlage für transluzentes Email, eine Kombination, die als émail sur guilloché bekannt ist. Wenn Email auf eine Guilloché-Oberfläche aufgetragen und gebrannt wird, scheint die Textur der Gravur durch die transparente Farbe hindurch. Die mikroskopischen Erhebungen und Vertiefungen des geschnittenen Metalls erzeugen eine optische Tiefe und eine leuchtende, fast vibrierende Qualität, die blankes Metall nicht bieten kann. Die Cartier London Email Tank ist ein Beispiel für diese Technik, angewendet auf eines von Cartiers beständigsten Uhrendesigns.
Die Guilloché-Arbeit ging in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts mit dem Aufkommen von gedruckten und galvanisierten Zifferblättern zurück, die schneller und billiger hergestellt werden konnten. Es wurde jedoch in der feinsten Uhrenproduktion nie vollständig aufgegeben, und es bleibt ein Unterscheidungsmerkmal hochwertiger Vorkriegs- und zeitgenössischer Haute Horlogerie-Arbeiten. Ein erhaltenes Guilloché-Zifferblatt in gutem Zustand (mit immer noch klarem Muster und ungesprungenem Email, falls vorhanden) bleibt ein praktischer Indikator für die Qualität der Handwerkskunst in der Vorkriegs-Uhrenproduktion.
Guilloché unterscheidet sich von ähnlich aussehenden, aber anders produzierten Oberflächentexturen. Perlage zum Beispiel ist eine kreisförmige Bürsttechnik, die auf Uhrwerkskomponenten angewendet wird (wie in Jaeger-LeCoultre: Perlage ausprobiert erkundet), keine Drehmaschinen-basierte Gravur. Gestanzte oder gepresste Muster auf Gehäusemetallen unterscheiden sich in Charakter und Ursprung.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), ch. 2 („Louis, 1898–1919“)
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Außergewöhnliche Juweliere (Thames and Hudson, 1984; revised 2007), cited pp. 92, 93 et al.
- Wikipedia: Guilloché