TECHNIQUES

Millegrain

Ein dekorativer Rand aus winzigen, gleichmäßigen Metallkügelchen, die an den Rändern von Schmuckfassungen angebracht werden, assoziiert mit Cartiers Girlanden-Stil und Art-Déco-Arbeiten in Platin.

· · 345 Wörter · 1 Min. Lesezeit

Millegrain (auch geschrieben mille-grain oder milgrain) hat seinen Namen vom Französischen für „tausend Körner“. Die Technik beinhaltet das Rollen eines kleinen Radwerkzeugs, der Molette oder des Millegrain-Rädchens, entlang des Rands einer Metallfassung, um eine durchgehende Reihe winziger, gleichmäßiger Kügelchen zu erzeugen. Die Kügelchen stehen erhaben von der Oberfläche ab, ohne separat aufgesetzt zu sein, sie werden aus dem Metall selbst geformt. Das Ergebnis ist ein Rand, der Licht von mehreren winzigen Facetten einfängt, anstatt von einer einzelnen sauberen Kante.

Verwendung in Cartiers Arbeiten des frühen 20. Jahrhunderts

Millegrain-Ränder wurden in den 1900er bis 1930er Jahren eng mit Cartiers Produktion verbunden, insbesondere in der Periode des Girlanden-Stils und den darauffolgenden Art-Déco-Arbeiten. In beiden Perioden war Platin das dominierende Metall, das hart genug war, um die feine Kügelchenreihe zu halten, ohne dass die Kügelchen kollabierten oder verschwammen. Bei Weißmetallarbeiten, die mit Diamanten besetzt waren, fügte ein Millegrain-Rand um jede Steinfassung eine zarte, texturale Schicht hinzu, die an Spitzenarbeiten oder Stickereien erinnerte. Der Gesamteffekt war von außergewöhnlicher Leichtigkeit, besonders bei Stücken, bei denen das Platin in feinen durchbrochenen Designs verwendet wurde.

Das Werkzeug und das Handwerk

Das Millegrain-Rädchen ist ein kleines Handwerkzeug mit einem gemusterten Rad an seiner Spitze. Der Juwelier rollt es mit gleichmäßigem Druck entlang des Metallrands, um eine gleichmäßige Reihe zu erzeugen. Die Konsistenz der Kügelchen (ihre Größe, ihr Abstand und ihre Höhe über der Oberfläche) ist ein Zeichen für die Fertigkeit des Fassers, und bei Stücken aus Cartiers Werkstätten des frühen 20. Jahrhunderts ist die Millegrain-Arbeit typischerweise sehr fein und regelmäßig. Spätere maschinelle Millegrain-Arbeiten, die mit anderen Werkzeugen hergestellt wurden, neigen dazu, weniger charakteristisch zu sein als handgearbeitete Beispiele.

Millegrain im Kontext

Die Technik war nicht exklusiv für Cartier: Sie war in der hochwertigen europäischen Juwelierkunst der Belle Époque und der Art-Déco-Perioden weit verbreitet. Was Cartiers Verwendung auszeichnet, ist weniger die Technik selbst als vielmehr, wie sie in umfassendere kompositorische Entscheidungen integriert wurde, insbesondere die Kombination aus Millegrain-Rändern, Pavé-gefassten Diamantfeldern und der strukturellen Geometrie der Platinfassung.

Quellen

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