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Alberto Santos-Dumont

Brasilianischer Luftfahrtpionier und Pariser Gesellschaftslöwe, dessen Freundschaft mit Louis Cartier zur Kreation einer der frühesten speziell angefertigten Herrenarmbanduhren führte.

· · 525 Wörter · 2 Min. Lesezeit

Alberto Santos-Dumont (1873-1932) war ein in Brasilien geborener Luftfahrtpionier, der sich in den späten 1890er Jahren in Paris niedergelassen hatte und zu einer gefeierten Persönlichkeit in den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kreisen der Stadt wurde. Er war bekannt für seine Ballonfahrten über Paris und später für seine Experimente mit Starrflügelflugzeugen. Sein 14-bis absolvierte am 23. Oktober 1906 den ersten öffentlich bezeugten Flug eines schwerer als Luft-Flugzeugs in Europa über eine Strecke von 60 Metern; am 12. November 1906 absolvierte er einen längeren, ratifizierten Flug von 220 Metern in 21,5 Sekunden, der ihm den Preis des Aéro-Club de France einbrachte. Er bewegte sich in denselben Kreisen wie Louis Cartier, mit dem er sich anfreundete.

Das praktische Problem

Santos-Dumonts luftfahrttechnische Arbeit stellte eine spezifische Schwierigkeit dar: Die Zeitkontrolle durch das Greifen nach einer Taschenuhr erforderte beide Hände, was beim Steuern eines Fluggeräts unpraktisch und gefährlich war. Die Geschichte, wie Cartier sie darstellt, besagt, dass er das Problem bei Louis Cartier ansprach und dass die daraus entstandene Lösung eine Uhr war, die am Handgelenk mit einem Lederarmband und einem sichtbaren quadratischen Zifferblatt getragen werden sollte, was das Ablesen der Zeit mit einem Blick und ohne Loslassen der Steuerung ermöglichte. Die erste Uhr soll ein Platingehäuse gehabt haben; sie gilt heute als verschollen. Uhrenhistoriker weisen darauf hin, dass klare Fotos, die Santos-Dumont beim Tragen der Uhr während seiner Flüge im Jahr 1906 zeigen, schwer zu identifizieren sind, und die frühe Darstellung beruht hauptsächlich auf der Unternehmensgeschichte und der mündlichen Überlieferung.

Die Uhrwerke für die frühen Serienuhren wurden von Edmond Jaeger gefertigt, der eine vertragliche Vereinbarung mit Cartier hatte. Das markante quadratische Gehäuse des Designs mit sichtbaren Schrauben an der Lünette war neuartig für die damalige Zeit; die freiliegenden Schrauben wurden von einigen Quellen als ästhetische Referenz an die Ingenieurskunst der Luftfahrt und an die genietete Konstruktion zeitgenössischer Bauwerke wie den Eiffelturm interpretiert.

Die Armbanduhr und die Herrenmode

Zu dieser Zeit wurden Armbanduhren hauptsächlich mit Frauen assoziiert; die Zeitmessung bei Männern erfolgte fast ausschließlich mittels Taschenuhr. Santos-Dumont war eine der meistbeachteten und fotografiertesten Persönlichkeiten in Paris, und die Geschichte, wie ein prominenter Mann eine Armbanduhr in Auftrag gab (die nach ihm benannt wurde, als Cartier sie kommerzialisierte), war Teil dessen, wie die Armbanduhr begann, als akzeptables Accessoire für Männer neu bewertet zu werden. Der Erste Weltkrieg würde diese Verschiebung später unabhängig durch militärische Nutzung beschleunigen.

Kommerzialisierung und Erbe

Cartier kommerzialisierte die Santos Uhr im Jahr 1911 und bot sie über den ursprünglichen Auftrag hinaus in Platin und Gelbgold mit Lederarmbändern zum Verkauf an. Sie entwickelte sich zu einem der beständigsten Designs des Hauses und blieb über verschiedene Generationen von Eigentümern hinweg in Produktion.

Frühe Santos-Dumont Uhren tauchen gelegentlich auf Auktionen auf. Die Uhrwerke von Exemplaren aus der frühen kommerziellen Periode sind oft von der European Watch and Clock Company (EWC) signiert, dem Cartier-Jaeger Joint Venture, das Cartier in dieser Zeit mit Uhrwerken belieferte.

Santos-Dumont selbst starb 1932, und seine Rolle bei der Entstehung der Uhr ist Teil ihrer Geschichte, seit Cartier begann, ihre Historie öffentlich zu beschreiben.

Quellen

  • Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 2 („Louis, 1898–1919”) und Kap. 4 („Jacques, 1906–1919”)
  • Wikipedia: Alberto Santos-Dumont

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