Barbara Hutton wurde 1912 in New York geboren, als einziges Enkelkind von Frank Woolworth, der die Einzelhandelskette Woolworth zu einem der größten Handelsunternehmen in den Vereinigten Staaten aufgebaut hatte. Sie war eine der reichsten jungen Frauen der Welt, zusammen mit Doris Duke, der Tabakerbin, die ihr fast genau gleichaltrig und ebenfalls Cartier-Kundin war.
Cartier-Kundin
Hutton kaufte und beauftragte über mehrere Jahrzehnte hinweg Stücke bei Cartier New York und Cartier Paris. Ihre Beziehung zum Unternehmen wurde teilweise von Jules Glaenzer gepflegt, dem führenden Verkäufer der New Yorker Filiale in der 653 Fifth Avenue. Zu den dokumentierten Stücken gehört eine Jadekette aus dem Jahr 1933 mit siebenundzwanzig Jadeitperlen und einem Verschluss aus Rubin und Diamant. Im April 2014, nachdem sie nach Huttons Tod mehrere Besitzer durchlaufen hatte, wurde sie bei Sotheby's Hongkong für 214 Millionen HK$ (rund 27,4 Millionen US$) verkauft. Damit wurden Weltrekorde für Jadeit- und Cartier-Schmuck erzielt, und sie befindet sich nun in der Cartier Collection.
Die Smaragde der Großfürstin Vladimir
Huttons Sammelleben überschnitt sich mit der Verbreitung europäischer und russischer imperialer Juwelen, die den Zwischenkriegsmarkt prägte. Die bemerkenswerteste Verbindung besteht zu den kolumbianischen Smaragden der Großfürstin Vladimir, die Hutton 1936 erwarb und sowohl von Cartier London als auch von Cartier Paris mehrfach umarbeiten ließ. Die Pariser Umgestaltung nach dem Krieg, eine Halskette im orientalischen Stil, die auch als Kopfschmuck diente und die sie auf ihren Partys in Sidi Hosni in Tanger trug, war das Werk von Lucien Lachassagne, einem der führenden Cartier Paris Designer dieser Zeit. Die vollständige Geschichte dieser Smaragde, vom Vladimir-Palast in St. Petersburg bis zu Huttons Palast in Tanger, wird in The Cartiers erzählt.
Nach Hutton
Ihr Schmuck wurde zu ihren Lebzeiten und nach ihrem Tod im Jahr 1979 durch mehrere Auktionen verstreut. Ihr Sammelleben zeichnet die umfassendere Geschichte des Schmuckmarktes der Zwischenkriegszeit nach: Amerikanischer Reichtum absorbierte die zerstreuten Schätze der europäischen und russischen Aristokratie, wobei Cartier als Vermittler fungierte.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 6 und Kap. 8
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007)
- Sotheby's Hong Kong, Magnificent Jewels and Jadeite Spring Sale, Los 1847 (April 2014). sothebys.com
- Cartier, Cartier Collection: Living Heritage Jewellery. cartier.com
- Wikipedia: Barbara Hutton