MAISONS

Cartier New York

Die amerikanische Niederlassung, erbaut von Pierre Cartier, etabliert an der Fifth Avenue durch den berühmten Perlentausch gegen ein Herrenhaus und entwickelt, um den Industriellen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Sammlern des Gilded Age und darüber hinaus zu dienen.

· · 372 Wörter · 2 Min. Lesezeit

Die New Yorker Niederlassung wurde von Pierre Cartier erbaut, dem mittleren der drei Brüder, der um 1909 nach New York zog und die folgenden Jahrzehnte damit verbrachte, den amerikanischen Markt mit besonderem Geschick zu kultivieren. Die Niederlassung ließ sich schließlich in der 653 Fifth Avenue, an der Ecke zur 52nd Street, in Räumlichkeiten nieder, die 1917 durch eine der berühmtesten Transaktionen in der Geschichte des Unternehmens erworben wurden: Pierre tauschte eine doppeltsträngige Naturperlenkette im Wert von rund einer Million Dollar gegen das Herrenhaus von Morton Plant an dieser Adresse ein. Plants Frau Maisie hatte die Kette gewollt, und das Gebäude war der Preis. Cartier erhielt das Gebäude; Plants Frau erhielt die Kette. Die Adresse an der Fifth Avenue blieb von diesem Zeitpunkt an Cartiers New Yorker Heim.

Der amerikanische Markt, den Pierre navigierte, hatte andere Merkmale als der Pariser oder Londoner Markt. Pierre stellte ein Team zusammen, zu dem der Designer Alexandre Genaille gehörte, der vor seinem Wechsel zur New Yorker Niederlassung bei Cartier Paris gearbeitet hatte. Die Kunden des Gilded Age und dessen Folgen (die Industriellen, Finanziers und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die den Kern der New Yorker Klientel bildeten) hatten ihr Vermögen oft selbst gemacht, anstatt es zu erben, und ihr Verlangen nach großen, beeindruckenden und nachweislich wertvollen Objekten prägte den Charakter der Niederlassung. Die in New York in Auftrag gegebenen Stücke neigten zu kühneren Aussagen als ihre Pariser oder Londoner Entsprechungen, und die Transaktionen, die den Ruf der Niederlassung prägten, waren oft von entsprechend großem Umfang.

Der berühmteste dieser Fälle war Pierres Verkauf des Hope Diamond (des 45,52-Karat schweren blauen Diamanten mit einer langen und komplizierten Geschichte) im Jahr 1911 an die amerikanische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens Evalyn Walsh McLean für 180.000 Dollar. Der Stein ging durch mehrere nachfolgende Besitzer und befindet sich heute in der Smithsonian Institution in Washington.

Pierre war der langlebigste der drei Brüder. Er zog sich 1947 nach Genf zurück und starb 1964. Seine Tochter Marion leitete anschließend die Pariser Geschäfte mit ihrem Ehemann Pierre Claudel.

Die formale juristische Einheit für die New Yorker Niederlassung war Cartier Inc (Incorporated).

Quellen

  • Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019)
  • Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), zitiert S. 29, 121 u.a.

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