Das Love Armband ist ein ovaler, starrer Armreif aus Gelb-, Weiß- oder Roségold, entworfen von Aldo Cipullo für Cartier New York im Jahr 1969. Sein charakteristisches Merkmal ist der Verschluss: Das Armband wird nicht mit einem Verschluss, sondern mit zwei kleinen Schrauben gesichert, die mit einem kleinen Schraubenzieher, der mit dem Schmuckstück verkauft wird, entfernt und wieder eingesetzt werden. Einmal am Handgelenk, kann es ohne den Schraubenzieher nicht abgenommen werden. Sechs dekorative Schraubenköpfe sind auf der Außenseite sichtbar.
Aldo Cipullo und das Designkonzept
Cipullo (1935-1984) war ein in Italien geborener Designer, der 1969 zu Cartier New York kam. Das Love Armband gehörte zu den ersten Stücken, die er dort entwarf. Das Konzept basierte auf der Symbolik von Zurückhaltung und Verschlussmechanismen, indem es das Armband als etwas Gegebenes und Behaltenes präsentierte, anstatt als etwas, das nach Belieben getragen und abgenommen wird. Das Marketing baute darauf auf: Das Armband wurde an Paare vermarktet, die es sich gegenseitig schenken sollten, wobei jeder sein eigenes trug. Prominente wie Richard Burton und Elizabeth Taylor sowie Andy Warhol gehörten zu denjenigen, die in den frühen 1970er Jahren damit in Verbindung gebracht wurden.
Die Nach-Familien-Ära
Das Love Armband gehört zur Nach-Familien-Ära in der Geschichte von Cartier. Bis 1969 war das Unternehmen von der Familie Cartier verkauft worden: Die drei Zweige waren nach dem Tod der Gründergeneration in separaten Besitz übergegangen, und die Wiedervereinigung der Marke unter neuer Eigentümerschaft erfolgte schrittweise in den 1960er und 1970er Jahren. Cipullos Design entstand in einem anderen institutionellen und kreativen Kontext als die Arbeiten der Familienzeit. Das Designvokabular des Armbands, seine Betonung industrieller Hardware-Bilder (Schrauben, Bolzen), seine kühne grafische Einfachheit und seine popkulturelle Präsenz verorten es fest in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren, und nicht in den Art déco- oder Girlanden-Stil-Traditionen, die die Familie aufgebaut hatte.
Nachahmung und Präsenz
Das Love Armband wurde zu einem der meistkopierten Schmuckdesigns des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Seine visuelle Klarheit, die Wiedererkennbarkeit des Schraubenkopfmotivs und die Zugänglichkeit des Konzepts zu verschiedenen Preispunkten machten es zu einem weltweiten Ziel für Fälscher. Das Original und seine Imitationen zirkulieren in großen Stückzahlen, und die Feststellung der Herkunft und Authentizität eines bestimmten Exemplars ist etwas, womit sich der Markt weiterhin befasst, unter Berücksichtigung von Punzierungen, Metallqualität, Schraubendetails und Innenverarbeitung.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 11 („Das Ende einer Ära, 1957–1974“)
- Wikipedia: Cartier Love Armband