Cartier SA (Société Anonyme, die standardmäßige französische Form einer Aktiengesellschaft) war der formelle Firmenname der Niederlassung Cartier Paris während der Zeit des Familienbesitzes. Die Bezeichnung erschien auf Rechnungen, Firmenkorrespondenz und offiziellen Aufzeichnungen, die mit dem Pariser Betrieb verbunden waren, und unterschied sie dokumentarisch von der Londoner Einheit (Cartier Ltd) und der New Yorker Einheit (Cartier Inc).
Die mit Kunden verwendete Handels- und Einzelhandelsidentität war einfach Cartier, der Firmenname und nicht der Unternehmenszusatz. Cartier SA war eine Bezeichnung der Rechtsform und nicht der Marke, und es war nicht der Name, unter dem Stücke verkauft oder präsentiert wurden.
Das Pariser Haus und Louis Cartier
Das Pariser Haus war das kreative Zentrum des Cartier-Betriebs während der Zeit des Familienbesitzes. Es war Louis Cartier, der die ästhetische Ausrichtung des Unternehmens vom späten 19. Jahrhundert bis zur Art-Déco-Ära prägte: die Arbeit von Designern wie Charles Jacqueau und später Jeanne Toussaint in Auftrag gab, die Beziehungen des Unternehmens zu spezialisierten Lieferanten wie Edmond Jaeger für Uhrwerke und Maurice Couet für Uhrenmechanismen entwickelte, und die Designsprache festlegte, die den Cartier-Stil international definierte.
Das Pariser Haus in der 13 rue de la Paix war die Flaggschiff-Adresse, von der aus die anderen Niederlassungen (London ab 1902, New York ab dem frühen 20. Jahrhundert) ihre Referenz nahmen. In Paris getroffene Designentscheidungen wurden an London und New York kommuniziert und dort widergespiegelt, obwohl jede Niederlassung Merkmale entwickelte, die von ihren eigenen Kunden und ihrem Markt geprägt waren.
Eigentümerwechsel
Die drei Cartier-Niederlassungen wurden über etwa ein Jahrzehnt separat verkauft. Cartier New York wurde 1962 an Black Starr & Frost verkauft und ging anschließend durch die Hände der Kenton Corporation. Cartier Paris wurde von den Brüdern Danziger (Harry und Edward Danziger) erworben. 1972 wurde die Pariser Niederlassung an ein Konsortium unter der Leitung von Robert Hocq und Joseph Kanoui weiterverkauft. 1974 verkaufte Jean-Jacques Cartier die Londoner Niederlassung an Hocq, womit die direkte Beteiligung der Familie an allen drei Häusern endete. Die Niederlassungen wurden anschließend zu einer einzigen Unternehmenseinheit konsolidiert, die an die Richemont-Gruppe überging. Die Cartier Collection, die Vintage-Stücke als Aufzeichnung der historischen Produktion des Unternehmens sammelt, wurde unter der neuen Unternehmenseigentümerschaft gegründet.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019)
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), zitiert S. 154
- Wikipedia: Cartier SA