Rupert Emmerson war Chefdesigner bei Cartier London unter Jean-Jacques Cartier in einer Zeit, in der zwei der markantesten und begehrtesten Uhren der Niederlassung entstanden sind: die Cartier Crash und die Cartier Pebble.
Die Crash-Kommission
Der Auftrag, den Jean-Jacques Emmerson erteilte, war, die beliebte Oval (Baignoire Allongée) zu nehmen und sie so anzupassen, dass sie aussah, als wäre sie in einen Unfall verwickelt gewesen, "indem man die Enden an einem Punkt zusammenkneift und eine Biegung in die Mitte bringt." Emmerson entwickelte daraufhin mehrere Varianten. Eine umfasste ein rissig aussehendes Zifferblatt, das das Crash-Thema verstärken sollte, Jean-Jacques fand, dass dies zu weit ging, und bat ihn, es abzuschwächen. Das rissige Zifferblatt wurde verworfen, und eine sauberere, verzerrte Form wurde genehmigt.
Nachdem Wright & Davies das Goldgehäuse gefertigt hatte, ging die Uhr an Eric Denton in der 175 New Bond Street über. Die verzerrte Kontur führte zu einer unerwarteten Komplikation: Die Ziffern auf dem Zifferblatt konnten nicht an ihren Standardpositionen bleiben und trotzdem die Zeit korrekt anzeigen. Das Zifferblatt musste von Emmerson, der es mehrmals von Hand beschriftete, ausgebaut und neu bemalt werden, bevor die Uhr korrekt abgelesen werden konnte. Das Ergebnis trägt Emmersons eigenhändige Beschriftung "Cartier London" auf dem Zifferblatt, ein direkter Hinweis auf seine Beteiligung an dem fertigen Objekt.
Die originale Entwurfszeichnung, von Hand angefertigt, bevor ein einziges Gehäuse hergestellt wurde, wird im Blogbeitrag Eine originale Cartier Crash: Handgezeichnet von Rupert Emmerson beschrieben.
Die Pebble
Emmerson arbeitete auch an der Cartier Pebble, der glatten, runden Uhr, die in den frühen 1970er Jahren hergestellt wurde. Wie die Crash war die Pebble ein handgefertigtes Stück, bei dem die ungewöhnliche Gehäuseform erhebliche Komplikationen bei der Montage verursachte. Jede Uhr dauerte mehrere Monate bis zur Fertigstellung.
Zusammen stellen die Crash und die Pebble ein Werk dar, das die Cartier London Niederlassung von den Häusern in Paris und New York unterscheidet, und Emmersons Rolle in beiden Projekten platziert ihn unter der kleinen Zahl namentlich genannter Designer, deren individuelle Beiträge zur Produktion von Cartier vom Auftrag bis zum fertigen Objekt verfolgt werden können.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 11 ("Das Ende einer Ära, 1957–1974")
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), zitiert S. 253, 313 u.a.