Alfred Cartier (17. Februar 1841 – 15. Oktober 1925) war der Sohn von Louis-François (dessen Leben im Beitrag zum 200. Geburtstag beleuchtet wird) und der Mann, der das Unternehmen durch seine folgenreichste Wachstumsphase führte. Als er das Geschäft von seinem Vater übernahm, war es ein angesehener Pariser Juwelier; als Alfred die Führung an seine eigenen Söhne übergab, hatte es sich nach London und New York ausgedehnt und war unter den bekanntesten Schmuckhäusern der Welt etabliert.
Am 1. Juli 1874 heiratete Alfred Alice Griffeuille, mit einer Mitgift von 100.000 Francs. Die arrangierte Ehe verdoppelte sein Vermögen mehr als und verschaffte der Familie Cartier das Kapital, um über eine einzige Werkstatt hinaus zu expandieren. Gemeinsam hatten sie drei Söhne — Louis, Pierre und Jacques — und eine Tochter, Suzanne.
Er war nicht die kreative Leitfigur, die sein Sohn Louis werden sollte, noch der weltenbummelnde Beziehungsmanager, den Pierre und Jacques jeweils in ihren jeweiligen Städten repräsentierten. Sein Beitrag war andersartiger Natur: die kommerzielle und managerielle Kontinuität, die es dem Unternehmen ermöglichte, zu wachsen, ohne zu zerbrechen. Ein Familienunternehmen über zwei Generationen und drei Städte hinweg zu führen, erforderte jemanden, der das Zentrum halten konnte, während andere an den Rändern agierten; Alfred erfüllte diese Rolle.
Unter seiner Führung zog das Pariser Haus in die rue de la Paix, die Adresse, die zum Synonym für Pariser Luxusschmuck wurde, und der im mittleren neunzehnten Jahrhundert aufgebaute Ruf wurde in etwas Internationaleres in seinen Ambitionen und seiner Kundschaft umgewandelt. Die von ihm gelegten Grundlagen schufen die Voraussetzungen, unter denen seine Söhne so agieren konnten, wie sie es taten.
Er starb 1925, vier Jahre nachdem sein jüngster Sohn Jacques 1921 die Unabhängigkeit der Londoner Filiale mit einer neuen Partnerschaftsstruktur formalisiert hatte, und lange genug nachdem Louis und Pierre sich in Paris und New York etabliert hatten, um die Form dessen zu sehen, was die Familie aufgebaut hatte. Zwei Geschichten sind mit seiner Amtszeit verbunden: die erste Frau, die bei Cartier Paris arbeitete, und die kurze Passage des Hope Diamanten durch die Familie.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019)
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), S. 15, 23 u. a.
- Wikipedia: Alfred Cartier