HOROLOGY

Tier-Mysteriöse Uhr

Die figürliche Gruppe der Cartier Mysteriösen Uhren, von der zwischen 1922 und 1931 zwölf Varianten hergestellt wurden, die geschnitzte Tiere, emaillierte Jade und orientalische Formen umfassen.

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Illustration einer Cartier Elefanten-Mysteriösen Uhr: geschnitzter Jade-Elefant auf einem Sockel, der eine Uhr im Pagodenstil auf dem Rücken trägt

Die Tiergruppe – von Hans Nadelhoffer und Harry Fane als Chimären bezeichnet – ist die offensichtlich skulpturalste der fünf wichtigsten Formen der Cartier Mysteriösen Uhren. Während die Model A-Uhren geometrisch und die Portique-Uhren architektonisch sind, sind die Tieruhren figürlich: geschnitzte Tiere, stehende Figuren und Pagodenstrukturen bilden das Gehäuse für das verborgene Uhrwerk.

Produktion und Design

Zwischen 1922 und 1931 wurden zwölf Varianten hergestellt (dreizehn, wenn die berühmte halb-mysteriöse Karpfen-Uhr aus Achat mitgerechnet wird). Sie sind deutlich von den Bronze- und vergoldeten Bronze-Tieruhren Frankreichs des 17. und 18. Jahrhunderts beeinflusst. Fanes Katalog listet die Bandbreite auf: Chimären aus Achat und Kristall, eine Mandarinente aus chinesischer Jade, ein geschnitzter Jade-Elefant, eine Bergkristall-Schildkröte, ein Jade-Löwe und Jadefiguren chinesischer Göttinnen gehören dazu. Die Diamantzeiger sind als Pfeile oder Schlangen geformt.

Der Einfluss des Designers Charles Jacqueau auf die Mysteriösen Uhren ist laut Fane bei den Chimären am deutlichsten. Fane führt Jacqueaus Inspiration auf Ägypten, Persien, Indien und China zurück, wobei die Ballets Russes von Serge Diaghilev die wichtigste Quelle darstellten.

Nur eine Uhr dieser Serie ist verschollen: die Bergkristall-Chimärenuhr.

Sammeln

Die figürlichen Mysteriösen Uhren erzielen regelmäßig Rekorde in großen Auktionshäusern. Die letzte Chimäre, die laut Fanes Katalog von 2000 bei einer Auktion erschien, war die Elefantenuhr, die 1994 750.000 US-Dollar erzielte. Ihre Kombination aus skulpturalem Anspruch und technischer Verbergung macht sie zu den visuell dramatischsten Objekten auf dem Markt für dekorative Künste.

Quellen

  • Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 5 („Stones Paris: Early 1920s“)
  • Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), S. 281, 282 u.a.
  • Harry Fane, The Mystery of Time: The Mystery Clocks of Cartier (Leih-Ausstellungskatalog, International Fine Art and Antique Dealers Show, New York, 2000)

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