TECHNIQUES

Cabochon

Ein Edelstein, der zu einer glatten Kuppel ohne Facetten geschliffen ist und in Cartiers Werken, von Uhrenkronen bis hin zu Auftragsarbeiten im indischen Stil, verwendet wird.

· · 370 Wörter · 2 Min. Lesezeit

Ein Cabochon ist ein Edelstein, der zu einer glatten Kuppel geformt und poliert wurde, anstatt in Facetten geschliffen zu werden. Die Form ist uralt, sie geht der Facettenschliffkunst um Jahrhunderte voraus, und sie bleibt in Gebrauch, weil bestimmte Steine und bestimmte ästhetische Zwecke sie besser zur Geltung bringen als jede facettierte Alternative.

Warum einige Steine als Cabochons geschliffen werden

Steine mit optischen Phänomenen, die nur sichtbar werden, wenn der Edelstein als Kuppel betrachtet wird, werden notwendigerweise auf diese Weise geschliffen. Sternrubine und Sternsaphire zeigen ihren Asterismus (den sechsstrahligen Stern, der durch nadelartige Einschlüsse entsteht) nur, wenn die Kuppel korrekt über der Achse des Steins zentriert ist. Katzenaugensteine zeigen ihren Effekt ebenfalls nur in Cabochon-Form.

Über diese funktionalen Gründe hinaus werden opake und durchscheinende Steine, bei denen das Facettieren wenig visuellen Nutzen bringt, häufig als Cabochons geschliffen: Türkis, Lapislazuli, Malachit und Koralle erscheinen in dieser Form in Cartiers Arbeiten mit Farbedelsteinen. Auch transparente Steine werden manchmal als Cabochons geschliffen, wenn die Absicht ist, die Farbsättigung und eine diffuse, leuchtende Qualität hervorzuheben, anstatt das funkelnde Funkeln eines facettierten Edelsteins.

In Cartiers Uhren

Die Saphir-Cabochon-Krone erscheint durchweg in Cartiers Uhrenproduktion als ein durchgängiges charakteristisches Detail. Sie findet sich bei der Baignoire, der Crash und vielen anderen geformten Modellen aus den Londoner und Pariser Ateliers. Die Aufzugskrone ist ein kleines funktionelles Bauteil, aber der darin eingefasste Saphir-Cabochon verbindet selbst einen funktionalen Teil der Uhr mit der breiteren Materialsprache des Hauses.

In Schmuck und indischen Auftragsarbeiten

In Cartiers Tutti Frutti- und indianischen Stücken nehmen geschnitzte Farbedelsteine häufig eine Form an, die der Cabochon-Tradition nahesteht, wobei die Farbe und Oberfläche des Steins im Vordergrund stehen und nicht das Lichtspiel durch Facetten. Serti mystérieux-Fassungen hingegen arbeiten mit facettierten Steinen, und der Kontrast zwischen den beiden Ansätzen spiegelt völlig unterschiedliche Designabsichten wider.

Der Cabochon nimmt in Cartiers Arbeit eine Stellung ein, die vom funktionalen Detail bis zum zentralen Designelement reicht, von der Krone einer Armbanduhr bis zum dominierenden Stein in einem großen Auftragswerk.

Quellen

  • Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 5 („Stones Paris: Early 1920s“) und Kap. 11 („The End of an Era, 1957–1974“)
  • Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), zitiert S. 107, 144 u.a.
  • Wikipedia: Cabochon

Kommentare oder Ergänzungen zu dieser Definition? Nehmen Sie gerne Kontakt mit der Autorin auf.

Verwandte Themen erkunden

← Zurück zum Glossar