Jack Hasey war ein junger Amerikaner, der sich Ende der 1930er Jahre eine Verkaufsposition bei Cartier Paris ergatterte. Er war etwa zwanzig Jahre alt und wusste nichts über Schmuck, aber sein Selbstvertrauen und Charme überzeugten die Direktoren der Filiale, Leon Farines und Edmond Foret, die ihn nach Überprüfung seiner Referenzen über das Büro von Cartier New York einstellten.
Bei Cartier Paris
Haseys Gespür für den Umgang mit Menschen bewies schnell seinen Wert. Als der Hollywood-Schauspieler Douglas Fairbanks in die 13 Rue de la Paix kam und einen Landsmann erkannte, kamen die beiden ins Gespräch über Baseball. Fairbanks bat den jungen Verkäufer, Marlene Dietrich ein Geschenk in ihr Hotel zu liefern. Hasey kam dem nach und bat Fairbanks dann kühn, Dietrich vorzuschlagen, Cartier zu besuchen und nach ihm persönlich zu fragen. Sie tat es, zur Überraschung seiner französischen Kollegen. Von diesem Zeitpunkt an hatte Hasey freie Hand bei der amerikanischen Kundschaft. Er verbrachte auch die Sommer damit, Schmuck in der Cartier-Filiale in Cannes zu verkaufen.
Der Krieg
Als 1939 der Krieg ausbrach, versuchte Hasey, sich beim französischen Militär zu melden, wurde aber aufgrund seiner Nationalität abgewiesen. Unbeirrt bildete er eine Ambulanzeinheit und reiste während des Winterkriegs nach Finnland, wo er von einem Sprengsatz getroffen wurde, der seinen rechten Unterarm zerschmetterte. 1940 begab er sich nach London, um sich den Freien Französischen Streitkräften anzuschließen. Dort traf er Bellenger, den Direktor von Cartier London, der ihn zum Abendessen zu sich nach Hause in Putney einlud und ihn General de Gaulle vorstellte. Hasey erinnerte sich, dass de Gaulle eine khaki-farbene Uniform „ohne Medaillen und Abzeichen“ trug und einen tiefen Eindruck bei ihm hinterließ. Bellenger warnte, dass die Einberufung ihn wahrscheinlich seine amerikanische Staatsbürgerschaft kosten würde, aber Hasey machte weiter und wurde der erste amerikanische Soldat in der Freien Französischen Armee. Bis September 1940 war er mit de Gaulles Streitkräften auf dem Weg nach Dakar in Westafrika.
Hasey schrieb später eine Autobiografie über seine Kriegserlebnisse, Yankee Fighter: The Story of an American in the Free French Foreign Legion, die 1944 veröffentlicht wurde.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), S. 365-367, 399-401
- John F. Hasey, Yankee Fighter: The Story of an American in the Free French Foreign Legion (Garden City Publishing, 1944)