Die Tank à Guichet wurde 1928 eingeführt und stellt eine der radikalsten Abweichungen von der konventionellen Zeitmessung dar, die Cartier in der Zwischenkriegszeit produzierte. Der Name leitet sich vom französischen Wort guichet ab, was ein kleines Fenster oder eine Pforte bedeutet, und bezieht sich direkt auf das prägende Merkmal der Uhr: das vollständige Fehlen eines traditionellen Zifferblatts und beweglicher Zeiger, stattdessen ersetzt durch zwei in das Gehäuse geschnittene Öffnungen, durch die die Zeit angezeigt wird.
Zeitanzeige
Das à Guichet System verwendet zwei separate Fenster anstelle eines einzelnen Zifferblatts mit Zeigern. Das obere Fenster ist eine kleine quadratische oder rechteckige Öffnung, die die Stunde als Ziffer auf einer rotierenden Scheibe anzeigt: Zu jeder vollen Stunde springt die Scheibe zur nächsten Ziffer, wodurch die sogenannte springende Stunde angezeigt wird. Die untere Öffnung ist fächerförmig, nimmt den unteren Teil der Gehäusevorderseite ein und zeigt eine graduelle Minutenskala, durch die sich eine Scheibe dreht; eine feste Markierung oder der Rand des Bogens zeigt die aktuelle Minute an.
Das Ergebnis ist eine Oberfläche ohne Zeiger und ohne traditionelles Zifferblatt. Die massive Gehäuseoberfläche zwischen und um die Öffnungen dominiert den visuellen Eindruck und verleiht der Uhr eine stark architektonische, fast typografische Qualität, die sie fest in den ästhetischen Prioritäten von Cartiers Art-Déco-Periode verankert.
Seltenheit und Kontext
Die Tank à Guichet wurde in den späten 1920er und 1930er Jahren in sehr geringer Stückzahl hergestellt. Wie die Tank Chinoise von 1922 begrenzten die Komplexität des Designs und die spezialisierte Art ihrer Ausführung die Produktion in ähnlicher Weise wie bei anderen experimentellen Gehäuseformen aus dieser Zeit. Platin-Exemplare aus der ursprünglichen Produktion sind besonders selten, und die Uhr erscheint selten auf Auktionen. Wenn Exemplare auf den Markt kommen, erregen sie große Aufmerksamkeit von Sammlern ungewöhnlicherer Zeitmesser von Cartier.
Die à Guichet sollte nicht mit anderen Cartier-Uhren verwechselt werden, die springende Stunden- oder Sektoranzeige-Komplikationen in ansonsten konventionellen Gehäusen aufweisen. Das prägende Merkmal der Tank à Guichet ist explizit der vollständige Ersatz von Zifferblatt und Zeigern durch das Zwei-Öffnungs-Fenstersystem innerhalb der Tank-Gehäusearchitektur.
Quellen
- Phillips, Genfer Uhrenauktion XIX: Cartier Tank à Guichet