English Art Works Ltd war die Fertigungs- und Designwerkstatt hinter den Schmuckstücken und Objekten, die von Cartiers Londoner Niederlassung hergestellt wurden. Während Cartier Paris das kreative und kommerzielle Zentrum des Unternehmens war, entwickelte die Londoner Niederlassung durch ihre Werkstatt eine eigene, unverwechselbare ästhetische und technische Identität, und dort gefertigte Stücke gehören zu den charaktervollsten und begehrtesten im Cartier-Kanon.
Die Londoner Werkstatt operierte von Räumlichkeiten in der Nähe des Cartier-Verkaufsraums an der New Bond Street aus und beschäftigte eigene Handwerker, Designer und Fasser. Ihre Produkte (Vogelbroschen, Emailarbeiten, unverwechselbarer Schmuck mit englischer Sensibilität) spiegelten den Geschmack einer britischen Klientel und die kreative Vision der dort tätigen Designer wider, darunter spätere Persönlichkeiten, die Cartier London eine besonders starke Identität zur Mitte des Jahrhunderts verliehen.
Cartier London & English Art Works: Der Raum, wo es geschah bietet eine detaillierte Beschreibung der Werkstatt, einschließlich dokumentarischer Beweise für den Raum, in dem die Stücke hergestellt wurden. Vintage Cartier London Vögel illustriert einige der unverwechselbaren Vogelbroschen, die zu einem der Markenzeichen der Londoner Werkstatt wurden. Dass Prinz Philip English Art Works besuchte, ist dokumentiert und vermittelt einen Eindruck vom Ansehen der Werkstatt.
In Großbritannien gefertigte Stücke tragen Londoner Punzen mit Jahresbuchstaben, die eine genaue Datierung ermöglichen. In Paris hergestellte und über London verkaufte Stücke tragen andere Importmarken. Diese Punzen ermöglichen es Spezialisten, einzelne Stücke dem Output der Londoner oder Pariser Niederlassung zuzuordnen und den kreativen Kontext zu verstehen, in dem sie entstanden sind.
Die Cartier London Halo Tiara ist eines der berühmtesten Stücke, die von English Art Works hergestellt wurden und repräsentiert das unabhängige kreative Selbstvertrauen, das die Londoner Werkstatt im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte. Uhrgehäuse und Armbänder für Cartier London Zeitmesser wurden separat von Wright & Davies Ltd gefertigt, der Clerkenwell-Werkstatt, die für die Metallkomponenten von Uhren, einschließlich der Cartier Crash, verantwortlich war.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 11 („Das Ende einer Ära, 1957–1974“)
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), S. 23, 121 u.a.