Dennis Gardner war ein Designer bei Cartier London, dessen Arbeit in die Mitte des 20. Jahrhunderts reichende Tradition von Tierschmuck fiel, die das Unternehmen in seinen drei Niederlassungen entwickelt hatte.
Die Zoobesuche
Das am deutlichsten dokumentierte Detail über Gardner betrifft seine Arbeitsweise. Er besuchte regelmäßig den Zoo in seinen Mittagspausen, um Tiere zu skizzieren, zusammen mit Pierre Lemarchand von Cartier Paris. Die Praxis der direkten Beobachtung war in dieser Zeit ein bewusster Teil des Designprozesses bei Cartier: Designer arbeiteten nach dem Leben, anstatt sich ausschließlich auf bestehende Motive oder Musterbücher zu verlassen. Gardners und Lemarchands gemeinsame Zoobesuche legen eine Verbindung zwischen den Pariser und Londoner Niederlassungen in der Herangehensweise an Tiermotive nahe.
Die Londoner Tierjuwelen
Cartier London fertigte in der Mitte des Jahrhunderts Tierschmuckstücke an, die zwar neben den dreidimensionalen Pantherbroschen standen, die in Paris unter Lemarchand und Jeanne Toussaint hergestellt wurden, sich aber von diesen unterschieden. Die Londoner Niederlassung hatte ihre eigenen Werkstattbeziehungen und eine eigene Designsensibilität, und Gardners Rolle innerhalb dieser Tradition ist Teil eines Bildes, das Spezialisten weiterhin aus den erhaltenen Stücken und den begrenzten dokumentarischen Aufzeichnungen zusammensetzen.
Die Aufzeichnungen über Gardners Karriere bei Cartier London sind spärlicher als die seines Pariser Kollegen Lemarchand, dessen Kriegsvogelbroschen und Pantherjuwelen umfassender dokumentiert sind. Was überlebt hat, reicht aus, um Gardner klar in dieselbe Tradition des beobachteten Tierdesigns einzuordnen und die Verbindung zwischen den beiden Niederlassungen durch die gemeinsame Praxis der Zoobesuche nachzuvollziehen.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 10 („Cousins in Austerity, 1945–1956“)