WATCHES

Cartier Cintrée

Eine geschwungene, längliche Variante der Tank-Armbanduhr, die 1921 eingeführt wurde und durch ihr schlankes, gebogenes Gehäuse charakterisiert ist, das der Kontur des Handgelenks folgt.

· · 318 Wörter · 1 Min. Lesezeit

Cintrée ist das französische Wort für gebogen oder gewölbt. Die Cartier Cintrée ist eine Variante der Tank-Armbanduhr, bei der das Gehäuse sanft über seine Breite gewölbt ist und der Kontur des Handgelenks folgt. Während die Standard-Tank ein flaches rechteckiges Profil aufweist, übernimmt die Cintrée denselben rechteckigen Grundriss und führt eine subtile Längskrümmung ein, die die Uhr um das Handgelenk schmiegt, anstatt flach darauf zu liegen.

Das Modell wurde 1921 eingeführt, im selben Jahr wie die Tank Chinoise. Das Gehäuse ist schmaler und länglicher als bei der Standard-Tank, wobei die Krümmung sowohl optische Leichtigkeit als auch Tragekomfort verleiht. Die Bandbefestigung bei erhaltenen Exemplaren ist typischerweise ein déployant (Faltschließe) statt einer konventionellen Schließe.

Die Cintrée gehört zu einer Gruppe von Tank-Varianten, die Anfang der 1920er Jahre in enger Zusammenarbeit mit dem Uhrmacher Edmond Jaeger entwickelt wurden, dessen Unternehmen Cartier unter einem Langzeitvertrag mit Werken belieferte. Aus derselben Periode stammen die Tank Allongée und die glockenförmige Cloche, die beide zusammen mit der Cintrée bei Auktionen erscheinen und erhebliches Sammlerinteresse genießen. Die Art-déco-Bewegung, damals auf ihrem Höhepunkt, trieb Cartiers Designer zu geometrischen Experimenten mit etablierten Gehäuseformen.

Gehäuse und Zifferblatt

Das Cintrée-Gehäuse folgt der allgemeinen Tank-Architektur mit parallelen Seitenschienen (Brancards), die eine zentrale Zifferblattzone flankieren, aber die gesamte Struktur wölbt sich an der Rückseite nach außen und passt sich der gerundeten Oberfläche des Handgelenks an. Von oben betrachtet liest sich der Umriss als normales Tank-Rechteck; im Profil beschreibt das Gehäuse einen sanften Bogen. Die Lünette folgt derselben Krümmung, sodass die Zifferblattfläche leicht nach oben zeigt statt parallel zum Boden zu liegen, was das Ablesen der Uhr am Handgelenk erleichtert. Das Zifferblatt bei Periodenexemplaren trägt das typische Cartier-Vokabular: weißer oder cremefarb­ener Emaille-Grund, schwarze römische Ziffern, eine feine Eisenbahn-Minuteneinteilung, gebläute Stahlzeiger und die Cartier-Signatur in der oberen Hälfte. Erhaltene 1930er-Jahre-Exemplare in Gold mit déployant-Schließen gehören zu den begehrtesten Auktionsstücken.

Quellen

  • Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 5

Kommentare oder Ergänzungen zu dieser Definition? Nehmen Sie gerne Kontakt mit der Autorin auf.

Verwandte Themen erkunden

← Zurück zum Glossar