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Zar Nikolaus II.

Der letzte russische Kaiser verlieh Cartier 1907 einen königlichen Hoflieferantenstatus und war während der kaiserlichen Zeit ein Kunde des Hauses, bevor die Revolution von 1917 die Romanow-Sammlungen auf dem europäischen Markt verteilte.

· · 308 Wörter · 1 Min. Lesezeit

Zar Nikolaus II. (1868–1918), der letzte Kaiser Russlands, ist mit der Geschichte Cartiers sowohl als Kunde als auch als die Figur verbunden, deren Abdankung und Ermordung die Verteilung der Romanow-Juwelen in Gang setzten, die den europäischen Edelsteinmarkt in den folgenden zwei Jahrzehnten umgestalten sollte.

Der königliche Hoflieferantenstatus

Cartier erhielt 1907 von Zar Nikolaus II. einen königlichen Hoflieferantenstatus, wodurch das Haus in das Netzwerk europäischer Luxuslieferanten aufgenommen wurde, die vom russischen Kaiserhof anerkannt wurden. Dies war Teil einer umfassenderen Strategie, die insbesondere von Pierre Cartier verfolgt wurde, um Hoflieferantenstatus von den großen europäischen Monarchien zu erhalten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaß Cartier Hoflieferantenstatus von Höfen in ganz Europa, und der russische kaiserliche Status stellte das Haus neben jene, die einem der prächtigsten Königshäuser des Kontinents dienten.

Königin Alexandra, die Gemahlin Eduards VII. und angeheiratete Tante Nikolaus' II., gehörte zu den britischen königlichen Verbindungen, die sich in diesem Netzwerk miteinander verknüpfter europäischer Höfe befanden. Der Geschmack der Familie Romanow für erlesenen Schmuck und ihr Zugang zu außergewöhnlichen russischen Edelsteinen machten sie zu bedeutenden Kunden des Pariser und Londoner Luxushandels.

1917 und seine Folgen

Der Sturz der kaiserlichen Regierung und die Abdankung Nikolaus' II. im Jahr 1917, gefolgt von der Hinrichtung des Zaren und seiner Familie im Jahr 1918, hatten weitreichende Folgen für den Schmuckhandel, die weit über die unmittelbare Tragödie hinausgingen. Die folgende Verteilung der Romanow-Juwelen brachte außergewöhnliche Steine durch Exil-Verkäufe, Händlerankäufe und sowjetische Regierungsauktionen auf den Markt, und Cartier war in den 1920er und 1930er Jahren aktiv daran beteiligt, Stücke aus dieser Quelle zu erwerben und neu zu fassen.

Großherzogin Wladimir und Großherzogin Xenia gehörten zu den Mitgliedern der kaiserlichen Familie, deren Stücke über diese Kanäle zu Cartier gelangten. Das volle Ausmaß der Romanow-Verteilung und Cartiers Rolle dabei ist in Die Cartiers und die Romanows dokumentiert.

Quellen

  • Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019), Kap. 5-7

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