Die Domino Uhr war eine Cartier-Neuheiten-Taschenuhr, die ab den 1930er Jahren hergestellt wurde und bei der das Gehäuse selbst die zentrale Idee trug. Das Format stammte aus der Londoner Manufaktur und verwendete schwarzen Hartstein und Elfenbein in einem rechteckigen Gehäuse, 21 mal 42 Millimeter, wobei das Zifferblatt in ein Feld eingelassen war, das einen Dominostein-Spielstein hervorrufen sollte. Der Gehäuseboden war mit Elfenbein bemalt und zeigte Spielkartenmotive: Ein dokumentiertes Beispiel zeigt einen Herz-König gegen eine Kreuz-Sieben.
Gehäuse und Zifferblatt
Das Gehäuse ist rechteckig, misst 21 mal 42 mm, wobei die lange Achse vertikal ausgerichtet ist. Die Vorderseite ist in zwei Hälften geteilt, ähnlich einem Dominostein-Spielstück: Der obere Teil trägt das Zifferblatt mit Ziffern, während der untere Teil dekorative Augenpunkte oder ein ergänzendes dekoratives Feld im gleichen Schwarz-Weiß-Farbschema aufweist. Die Materialien sind schwarzer Hartstein (Onyx) und Elfenbein, wodurch der scharfe Tonkontrast entsteht, der die Dominokonzession definiert. Der Gehäuseboden aus handbemaltem Elfenbein trägt Spielkartenmotive: Dokumentierte Beispiele zeigen einen Herz-König gegen eine Kreuz-Sieben oder ähnliche Kartenmotive. Der gesamte optische Eindruck ist der eines kunstvollen Objekts im Taschenformat, das zufällig die Zeit anzeigt, wobei das dekorative Programm die Zeitmessfunktion dominiert.
Jeanne Toussaint und Deauville
Jeanne Toussaint, Cartiers Kreativdirektorin und die Person, die am engsten mit den dekorativen Objekten des Unternehmens aus der Zwischenkriegszeit verbunden war, bewarb die Domino auf einer Cartier-Ausstellung in Deauville im Jahr 1939. Sie beschrieb sie als das Geschenk der Saison. Eine Kundin, Madame Martinez de Hoz, bestellte bei dieser Ausstellung gleichzeitig vier Stück.
Die Dame de Coeur
Ein verwandtes Format, die Dame de Coeur, verwendete Bakelit und bemaltes Elfenbein mit Herz-Dame- und Kreuz-Neun-Motiven auf dem Gehäuseboden. Die Wahl von Bakelit, einem Industriematerial, zusammen mit handbemaltem Elfenbein, war charakteristisch für Cartiers Bereitschaft in den 1930er Jahren, Luxusmaterialien mit den neuen synthetischen Materialien zu kombinieren, die damals auf den Markt kamen.
Sowohl die Domino als auch die Dame de Coeur waren klein genug, um in einer Abendtasche getragen zu werden. Sie werden heute sowohl als funktionierende Zeitmesser als auch als eigenständige Art-Déco-Objekte gesammelt, die neben den Puderdosen, Necessaires und Taschenuhren die breitere Kategorie von Cartiers dekorativen tragbaren Objekten aus dieser Zeit bilden.
Bezug zur Londoner Manufaktur
Der Ursprung der Domino in der Londoner Manufaktur und nicht in Paris steht im Einklang mit dem Muster der Zwischenkriegsjahre, in denen Cartier London unter Jacques Cartier einen eigenen Designcharakter entwickelte, insbesondere bei Objekten, die auf die britische Sport- und Landhausklientel abzielten. Die Spielkarten- und Glücksspielmotive der Domino passen zum Milieu der sozialen Welt von Cartier London in den 1930er Jahren.
Quellen
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Thames and Hudson, 1984; überarbeitet 2007), zitiert S. 275