Das Cartier Decagonal ist eine Armbanduhrgehäuseform, die von Cartier London unter Jean-Jacques Cartier in der 175 New Bond Street in den 1960er und 1970er Jahren hergestellt wurde. Ein Dekagon hat zehn Seiten; auf ein Uhrengehäuse angewendet, nähert sich die Form im kleinen Maßstab einem Kreis an, ist aber deutlich facettiert, wobei die zehn flachen oder sanft gewölbten Seiten in definierten Winkeln aufeinandertreffen, anstatt sich zu einer durchgehenden Kurve aufzulösen. Das Ergebnis ist ein Gehäuse, das zwischen der ausgeprägten Geometrie des Octagonal und der Kreisform des Ronde liegt: ein subtileres Polygon, aber dennoch ein Polygon.
Die Gehäuse wurden in der Werkstatt von Wright & Davies in Clerkenwell gefertigt und zur New Bond Street gebracht, wo Eric Denton sie nach dem Produktionsmuster, das alle Cartier London Uhren dieser Zeit teilten, mit Uhrwerken ausstattete und finissierte.
Gehäuse und Zifferblatt
Das zehnseitige Gehäuse schafft eine Zifferblattöffnung, die einem Kreis ähnelt, aber an jeder der zehn flachen Seiten eine sichtbare Facettierung aufweist. Das Zifferblatt ist typischerweise cremefarben oder versilbert, mit schwarzen römischen Ziffern, die um einen feinen Minutenring angeordnet sind. Die Zeiger sind gebläute Schwertzeiger aus Stahl, und die Aufzugskrone trägt einen blauen Saphir-Cabochon. Die Signatur "Cartier London" erscheint in der oberen Hälfte des Zifferblatts. Da das Gehäuse nahezu kreisförmig ist, ist der Ziffernabstand regelmäßig, ähnlich dem einer runden Uhr, und der visuelle Unterschied zu einer Ronde liegt hauptsächlich in der Lünette: Wo die Lünette der Ronde einer durchgehenden Kurve folgt, fängt die des Decagonal das Licht an jeder ihrer zehn flachen Facetten anders ein, wodurch ein subtiles geometrisches Spiel entsteht, das aus nächster Nähe sichtbar, aber aus der Ferne leicht zu übersehen ist.
Geometrische Gehäuseserie
Das Decagonal gehört zu einer breiteren Familie von Gehäuseformen, die Cartier London in den 1960er und 1970er Jahren gleichzeitig produzierte. Die Clerkenwell-Werkstatt stellte über einen Produktionszeitraum von etwa fünfzehn Jahren Octagonal, Decagonal, Ronde, Tank, Oval, Baignoire Allongée, Octagonal Allongée und die Crash her. Die Koexistenz dieser Formen
Das zehnseitige Gehäuse gehört zu den weniger sofort erkennbaren Formen der Serie, da seine Annäherung an die Kreisform es aus der Ferne leicht zu übersehen macht. Aus der Nähe ist die Facettierung deutlich und absichtlich: Das Decagonal ist keine runde Uhr mit abgerundeten Kanten, sondern ein eigenständiges geometrisches Objekt.
Ein Decagonal aus Gelbgold erschien in der 88-teiligen Uhrenkollektion, die 2021 bei Monaco Legends verkauft wurde. Diese Sammlung führte Cartier London Stücke zusammen, die unter Jean-Jacques Cartier gefertigt wurden, und bot einen der detailliertesten öffentlichen Einblicke in die Vielfalt der Gehäuseformen, die in diesem Zeitraum in der 175 New Bond Street produziert wurden.