Der Nizam von Hyderabad gehörte zu den bekanntesten der indischen Maharadschakunden, die Cartier im frühen bis mittleren 20. Jahrhundert eine bedeutende Präsenz auf dem Luxusmarkt des Subkontinents verschafften. Hyderabad war damals einer der reichsten Fürstenstaaten, und der Nizam galt als einer der reichsten Einzelpersonen der Welt. Seine Einkäufe bei Cartier erfolgten in einem Umfang, der selbst unter Kunden mit außergewöhnlichem Reichtum ungewöhnlich war.
Einkäufe im großen Stil
Berichte über die Geschäfte des Nizams mit Cartier beschreiben ihn als jemanden, der dafür bekannt war, ganze Vitrinen mit Schmuck zu kaufen, anstatt einzelne Stücke auszuwählen. Alfred Cartier soll sehr daran interessiert gewesen sein, mehr über den neuen Nizam zu erfahren, als Hyderabad unter neue Führung geriet, ein Hinweis darauf, wie bedeutsam die Kundenbeziehung für das Indien-Geschäft des Unternehmens war. Diese Art des Einkaufens, bei der ganze Gruppen von Stücken statt einzelner Auftragsarbeiten erworben wurden, positionierte den Nizam am außergewöhnlicheren Ende selbst des Cartier-Kundenspektrums.
Die Hyderabad-Halskette
Das Stück, das in der Öffentlichkeit am engsten mit dem Nizam verbunden ist, ist die Hyderabad-Halskette, eine Diamantkette, die er Prinzessin Elizabeth (später Königin Elizabeth II.) 1947 als Hochzeitsgeschenk überreichte. Das Geschenk platzierte ein mit Cartier verbundenes Stück in der britischen Königssammlung zum Zeitpunkt eines wichtigen Staatsanlasses, und die Halskette ist seitdem Teil der Königlichen Sammlung geblieben.
Die Geschäfte des Nizams mit indischen Kunden im Juli 1947 fielen in die letzte Periode der Fürstenstaaten, bevor die Teilung und Unabhängigkeit die politische Landschaft des Subkontinents veränderten. Der Kontext der indischen Unabhängigkeit bedeutete, dass die Zeit der großen Maharadscha-Aufträge zu Ende ging, und das Geschenk des Nizams an Prinzessin Elizabeth gehörte zu den späteren Aufträgen, die das Ende dieser Ära markierten.
Quellen
- Francesca Cartier Brickell, The Cartiers (Ballantine Books, 2019)
- Hans Nadelhoffer, Cartier: Jewelers Extraordinary (Chronicle Books, Ausgabe 2007)