Judy Rudoe war Kuratorin in der Abteilung für Vorgeschichte und Europa am British Museum in London. Ihre Forschungsinteressen konzentrierten sich auf die Geschichte des Schmucks und der dekorativen Künste in Großbritannien und Europa, und ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Cartier führte zu einem der beiden grundlegenden Referenzwerke über das Unternehmen.
Cartier 1900–1939
1997 veröffentlichte Rudoe Cartier 1900–1939, das gleichzeitig von British Museum Press in London und Harry N. Abrams in New York herausgegeben wurde, wobei das Metropolitan Museum of Art als Mitorganisator fungierte. Das Buch umfasst 344 Seiten und ist in einer Taschenbuchausgabe der British Museum Press (ISBN 978-0714105888) und als Hardcover von Harry N. Abrams (ISBN 978-0870997808) erhältlich. Es stützt sich umfassend auf die Cartier Collection, die eigenen Bestände des Unternehmens an historischen Stücken, sowie auf bedeutende private Leihgeber, um die Produktion des Unternehmens von der Art Nouveau-Zeit bis zum Höhepunkt des Art Deco zu dokumentieren.
Der chronologische Fokus unterscheidet Rudoes Werk von Hans Nadelhoffer's Cartier: Jewelers Extraordinary (1984), das den gesamten Verlauf der Unternehmensgeschichte beleuchtet. Rudoe konzentriert sich speziell auf die vier Jahrzehnte zwischen 1900 und 1939, was ihrem Katalog in diesem Zeitraum mehr Tiefe verleiht und ihn zu einem präziseren Werkzeug für die Erforschung der Art Nouveau- und Art Deco-Produktion macht. Die beiden Bücher ergänzen sich, anstatt zu konkurrieren: Nadelhoffer für die Breite, Rudoe für die Dichte innerhalb der Vorkriegszeit.
Die Ausstellung
Der Katalog begleitete eine gleichnamige Ausstellung, die über drei Jahre an drei Orten gezeigt wurde. Sie wurde 1997 im British Museum in London eröffnet, zog für die Saison 1997–1998 ins Metropolitan Museum of Art in New York weiter und endete im Field Museum in Chicago, wo sie 1999–2000 gezeigt wurde. Die Ausstellung gehörte zu den größten Retrospektiven von Cartiers Werk, die im zwanzigsten Jahrhundert inszeniert wurden, und stützte sich neben der Cartier Collection auch auf institutionelle und private Leihgeber.
Die wissenschaftliche Arbeit
Rudoes umfassendere Forschung am British Museum umfasste europäischen Schmuck über Cartier hinaus, und sie trug zu den Veröffentlichungen der Abteilung zur Geschichte der dekorativen Metallarbeiten und des Edelsteingebrauchs bei. Der Katalog Cartier 1900–1939 bleibt das Standardwerk für die Produktion des Unternehmens in dem von ihm abgedeckten Zeitraum und wird in nachfolgenden Ausstellungskatalogen und Sammlerliteratur zitiert.
Quellen
- Judy Rudoe, Cartier 1900–1939 (British Museum Press / Harry N. Abrams, 1997)
- British Museum Press Katalogeintrag, ISBN 978-0714105888
- Harry N. Abrams Hardcover-Ausgabe, ISBN 978-0870997808