Im Mai 1988 veranstaltete das Cartier Museum eine Ausstellung in der Goldsmiths' Hall, Foster Lane, in der City of London, die vom 23. Mai bis 10. Juni desselben Jahres lief. Der Katalog, betitelt The Cartier Museum at the Goldsmiths' Hall, enthielt ein Vorwort von Eric Nussbaum, der die Cartier Collection leitete und später gemeinsam mit Hans Nadelhoffer das Buch Reflections of Elegance: Cartier Jewels from the Lindemann Collection verfasste.
Die Ausstellung und ihr Kontext
Die Goldsmiths' Hall ist die Zunfthalle der Goldsmiths' Company, einer der alten Londoner Zünfte und die für die Punzierung in Großbritannien zuständige Stelle. Sie hat eine lange Tradition in der Ausrichtung von Ausstellungen zu Kunsthandwerk und angewandter Kunst in Edelmetallen und Edelsteinen. Die Wahl des Ortes für eine Präsentation der Cartier Collection war passend: Die Arbeiten des Hauses in Platin, Gold und gefassten Steinen fielen genau in den Aufgabenbereich der Goldsmiths' Company, und die Goldsmiths' Hall bot einen formellen Londoner Rahmen für eine damals noch relativ junge Wandersammlung.
Die Ausstellung von 1988 ging der großangelegten Retrospektive Cartier 1900–1939 um neun Jahre voraus, die vom British Museum, dem Metropolitan Museum of Art und dem Field Museum in Chicago organisiert wurde und zwischen 1997 und 2000 mit einem von Judy Rudoe verfassten Katalog auf Reisen ging. Die Präsentation in der Goldsmiths' Hall ist am besten als eine frühe und kompaktere Darstellung der Cartier Collection in Großbritannien zu verstehen.
Der Katalog als Referenz
Nussbaums Vorwort verortete die Cartier Collection in ihrem institutionellen Kontext: eine Unternehmenssammlung historischer Stücke, die das Haus als Aufzeichnung seiner eigenen Produktion und als Ressource für Forschung und Präsentation zusammengetragen hatte. Der Katalog von 1988 dokumentiert diese Sammlung in einem frühen Stadium ihrer öffentlichen Präsentation und dient als zeitgeschichtliche Momentaufnahme, welche Stücke das Haus damals zusammengetragen und zur Ausstellung ausgewählt hatte.
Sammler und Forscher, die mit Nadelhoffers Cartier: Jewelers Extraordinary (1984) und Rudoes Monographie von 1997 vertraut sind, stoßen manchmal auf den Goldsmiths' Hall Katalog von 1988 als eine dritte, weniger verbreitete Referenz in derselben Bibliografie. Der Katalog ist vergriffen und über Antiquariate erhältlich.
Quellen
- The Cartier Museum at the Goldsmiths' Hall, Foster Lane, London (Goldsmiths' Company / Cartier, 1988), Vorwort von Eric Nussbaum
- Judy Rudoe, Cartier 1900–1939 (British Museum Press / Harry N. Abrams, 1997)